Ein Buchstabenmuseum

Alte Leuchtreklame in Untergröningen (eigene Aufnahme, 18. August 2013)

Alte Leuchtreklame in Untergröningen
(eigene Aufnahme, 18. August 2013)

Der Heilbronner Stimme, mit der als Lokal­zeitung ich oft hadere, verdanke ich heute den Hinweis¹ auf das ›Buch­staben­museum‹ am Berliner Alexander­platz. Zwei engagierte Lettern-Sammlerinnen gründeten 2005 einen Verein zum Erhalt historischer Schrift­züge aus Berlin und Deutschland. Schon 2008 konnte eine erste Aus­stellung mit 50 Expo­nanten (nämlich buch­stäblich: 50-mal Buch­staben) eröffnet werden; inzwischen ist die Sammlung um ein Viel­faches größer. Alles weitere steht auf der Website des Museums.

Als Typo­grafie-Lieb­haber kann ich dazu nur sagen: herrlich! Schrift­züge, Werbe­tafeln, Leucht­reklamen etc. gehören zu jenen Er­zeug­nissen der Ge­brauchs­grafik, die besonders viel über eine Zeit, ihre Ideale (Schwung oder Solidität? klar oder ver­spielt?) und Tendenzen aussagen, die aber zugleich auch am schnellsten ›über­holt‹ und schließlich ›ent­sorgt‹ werden, sobald der Geschmack sich wieder wandelt. Daher sind Sammlung und Erhalt solcher Zeug­nisse höchst ver­dienst­voll für Doku­mentation und Er­schließung der zeit­genössischen Kultur­geschichte.

Aktualisierung Mai 2013: Derzeit ist das Buchstaben-Museum wegen Umzugs geschlossen; die Website ist natürlich weiterhin gültig und wird sicher über die neuen Besichtungs­möglich­keiten etc. informieren.

Anmerkungen

  1.  Heilbronner Stimme vom 17. November 2010, S. 26.